Kaum eine Frage wird häufiger gestellt und seltener sauber beantwortet als die nach dem Preis. Das liegt nicht an Geheimniskrämerei, sondern daran, dass „eine App“ oder „eine Website“ keine Mengeneinheit ist: Zwischen einem Onepager und einem mehrsprachigen Portal mit Redaktionssystem, Schnittstellen und Barrierefreiheitsprüfung liegt der Faktor zwanzig. Die Ratgeber in diesem Bereich lösen das, indem sie nicht einen Preis nennen, sondern die Kostentreiber offenlegen und Spannen für klar beschriebene Projektzuschnitte angeben.
Fast jeder Agenturpreis entsteht aus zwei Größen: dem geschätzten Aufwand in Personentagen und dem Stundensatz. Der Aufwand hängt am Funktionsumfang, am Individualisierungsgrad des Designs, an der Zahl der anzubindenden Fremdsysteme und an der geforderten Qualitätssicherung. Der Stundensatz hängt an Standort, Spezialisierung und Senioritätsmix des Teams. Wer beide Größen getrennt betrachtet, erkennt sofort, warum zwei Angebote für dasselbe Vorhaben um den Faktor drei auseinanderliegen können – und welches der beiden realistisch kalkuliert ist.
Systematisch unterschätzt werden die Kosten nach dem Go-live. Wartung, Sicherheitsupdates, Hosting, Lizenzen, Zahlungsgebühren und die laufende Weiterentwicklung summieren sich pro Jahr typischerweise auf einen erheblichen Anteil der ursprünglichen Entwicklungskosten. Ein Angebot, das nur die Erstellung ausweist, beschreibt deshalb bestenfalls die Hälfte Ihrer Gesamtkosten. In den Ratgebern finden Sie zu jedem Projekttyp die laufenden Posten getrennt aufgeführt, damit Sie ein Budget über mehrere Jahre planen können statt nur bis zum Launch.
Ein zweiter blinder Fleck sind Nachträge. Kaum ein Projekt endet mit dem Umfang, mit dem es beauftragt wurde – neue Anforderungen, unterschätzte Altsysteme und Rückfragen aus dem Fachbereich führen regelmäßig zu Änderungsaufträgen. Seriöse Kalkulationen weisen deshalb eine Spanne statt einer Punktzahl aus und benennen die Annahmen, unter denen der untere Wert gilt. Planen Sie zusätzlich einen Puffer ein, dessen Höhe sich nach der Klarheit Ihrer Anforderungen richtet: Bei einem gut spezifizierten Relaunch reichen zehn bis fünfzehn Prozent, bei einem Vorhaben mit vielen offenen Punkten sind zwanzig bis dreißig Prozent realistisch.
Unsere Zahlen sind Orientierungsspannen, keine Angebote. Sie stammen aus öffentlich zugänglichen Marktdaten, Stundensatz-Erhebungen und den Angaben der bei uns gelisteten Agenturen; wo eine Zahl über Allgemeinwissen hinausgeht, benennen und verlinken wir die Quelle. Wenn Sie einen konkreten Zuschnitt durchrechnen möchten, führt der Kostenrechner Sie in wenigen Schritten durch die Parameter und zeigt die Herleitung aus Personentagen und Stundensätzen offen an – ohne E-Mail-Abfrage und ohne Verkaufsgespräch.
Auch dieser Bereich ist redaktionell unabhängig: Keine Agentur kann sich in eine Preisangabe einkaufen, und die genannten Spannen sind unabhängig davon, wer ein Premium-Paket gebucht hat. Wie wir Preisangaben herleiten, aktualisieren und belegen, steht unter „So arbeiten wir“; unsere Bewertungsrichtlinien erklären, wie wir mit Kundenbewertungen umgehen, die Preis-Leistung betreffen.
Die Artikel sind nach Projektformat gruppiert. Suchen Sie den Preis für ein konkretes Vorhaben, gehen Sie direkt in die passende Gruppe; interessiert Sie die Preisbildung selbst, beginnen Sie beim Ratgeber zu den Stundensätzen.
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